Eisenbahnmuseum Neustadt/Wstr.
und Kuckucksbähnel Neustadt-Lambrecht-Elmstein


 

 Aktuelle Tätigkeiten:

September / Oktober 2007:

Es gibt viel zu tun…

Fahrbetrieb

Ähnlich wie schon in den vergangenen Jahren zeichneten sich der September und Oktober durch eine im Vergleich zu den übrigen Monaten deutlich höhere Verkehrsdichte aus: Insgesamt kamen wir auf nicht weniger als fünf Sonder- sowie acht Regelfahrtage, an denen das Kuckucksbähnel die zu dieser Zeit in unserer Region besonders zahlreich vertretenen Tagestouristen und Kurzurlauber ins Elmsteinertal beförderte.

 

Fahrzeuginstandsetzung

Der E44 150 gönnten wir während der letzten Wochen eine Auffrischung ihrer mittlerweile etwas ausgebleichten Lackierung. Da seinerzeit bei der Restaurierung dieser Lok sehr gründlich vorgegangen wurde, konnten wir uns im Wesentlichen auf das Aufbringen eines neuen Deckanstrichs beschränken. Dies war bei der 103 220 leider nicht der Fall, wo wir eine Stirnseite großflächig bis aufs Blech abschleifen und von Grund auf neu lackieren mussten, weil die im Laufe der vielen Betriebsjahre nach jedem Vogel- und Steinschlag schnell aufgetragenen Farb- und Spachtelschichten einfach nicht mehr zusammenhielten und zusehends abblätterten.

Die abgeschliffene und grundierte Front der 103 220-0

 

Museumstage

Am 29. und 30. September erinnerte der Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd (ZSPNV-Süd) mit einem großen Bahnhofsfest in Neustadt sowie Pendelfahrten nach Ludwigshafen bzw. Heidelberg Hbf an die nunmehr 160 Jahre zurückliegende Eröffnung der Pfalzbahn. Ehrensache, dass wir mit von der Partie sein wollten und darum auch gerne unsere Museumstage um eine Woche vorverlegten. Dem Festanlass entsprechend präsentierten wir den zahlreich erschienenen Besuchern eine von unserem Schaffnerkollegen Gerd Höltje mit viel Engagement zusammengestellte Sonderausstellung von Textdokumenten rund um die Pfalzbahn, welche ja in ihrer Blütezeit zu den größten Privatbahnen Deutschlands gehörte.

V36 127 und 01 118 warten in Neustadt-Böbig auf Weiterfahrt

 

Auf der fast ständig von Groß und Klein umringten Spur 1-Anlage gab es dank mehrerer aus Privatbesitz stammenden Modelle einen deutlich umfangreicheren Fahrbetrieb zu sehen.

"Und welcher Zug kommt als nächstes aus dem Tunnel…?"

 

Wie in jedem Jahr widmeten sich die Gartenbahner einem speziellen Themengebiet und präsentierten den Besuchern erstmals eine Sonderschau über die Harzer Schmalspurbahnen. Eigentlich ein längst überfälliges Unterfangen, denn schließlich ist Wernigerode auch noch die Partnergemeinde von Neustadt. Zu sehen gab es stimmige Zuggarnituren, ein Modell des an der Brockenbahn gelegenen Bahnhofs "Steinerne Renne" und als Bezug zum großen Vorbild jeweils eine Informationstafel sowie eine original Flagge der HSB. Aufgrund des hohen Wiedererkennungswertes - welcher echte Eisenbahnfan ist bisher noch nicht im Harz gewesen? - waren immer wieder spontane Äußerungen wie „gugg, Harzer Schmalspurbahn, weiß Du noch…?“ oder „… da fahre ich demnächst wieder hin!“ zu hören, woraus sich dann auch sehr lange und interessante Gespräche über vergangene und auch kommende Urlaube im Harz und Erlebnisse bei/mit der HSB entwickelten.

Die Hauptakteure der diesjährigen "Thementage Harzer Schmalspurbahnen"

 

Bahnmeisterei Elmstein

Während des Spätsommers wurden im Gleisbogen bei km 3,2 an zwei Samstagen die ersten 10 von insgesamt 70 Stahlschwellen von Hand gegen Betonschwellen ausgetauscht. Es war also anstrengende körperliche Arbeit angesagt – beinahe wie der Alltag bei einer „echten“ Bahnmeisterei. Deshalb hier eine Kurzbeschreibung, wie wir an die Lösung der Aufgabe herangingen.

Zunächst wird der Schotter aus dem Schwellenfach neben der zu tauschenden (Stahl-)Schwelle ausgehoben – bei uns kam hier zur Erleichterung der Zweiwegebagger mit dem schmalen Greifer zum Einsatz. Dann kann die alte Stahlschwelle losgeschraubt und entfernt werden.

Nach diesem ersten Schritt geht es an den Einbau der Betonschwelle. Hierzu bereitet man den Raum, an dem die einzubauende Betonschwelle zu liegen kommt - soweit machbar - mit dem Bagger vor. Die Herstellung des möglichst eben beschaffenen Planums im Schotterbett bleibt jedoch der Handarbeit mit der Schottergabel vorbehalten. Nun kann die Betonschwelle vorsichtig von der Seite mit Hilfe des Baggers unter den Schienen hindurch an ihrem künftigen Platz eingeführt werden. Mit einfachen Hilfsmitteln wird sie dann von Hand ausgerichtet und mit dem Motorschrauber an den Schienen befestigt. Dann ist wieder Muskelkraft gefragt; der unter der Schwelle befindliche freie Raum muss wieder von Hand mit der Schottergabel gefüllt werden um eine möglichst gleichmäßige Auflage auf dem Untergrund zu erhalten. Der Bagger kann nun das leere Schwellenfach bis zur Schienenoberkante mit frischem Schotter füllen. Abschießend kommt dann der mit einem Verbrennungsmotor betriebene Stopfhammer zum Einsatz, mit dem dann eine stabile Lage der Schwelle hergestellt wird.

Das Ganze dauert, je nach Anzahl der Beteiligten sowie deren körperlicher Konstitution, rund eine halbe Stunde je auszutauschender Schwelle. Vorausgesetzt ist hierbei, dass die benötigten Baustoffe und Geräte griffbereit liegen und einsatzbereit sind.

Nebenbei bemerkt: Eine Stahlschwelle hat ein Gewicht von ca. 80 kg, eine Betonschwelle wiegt ca. 250 – 300kg.

 

Ersatz maroder Stahl- durch Betonschwellen