|
|
Ausflug
in die Geschichte des heutigen Museums:
|
Mit der Eröffnung der ersten
pfälzischen Eisenbahnstrecke von Ludwigshafen nach Neustadt und
Speyer 1847 entstanden in Neustadt die ersten
Lokbehandlungsanlagen: ein zweigleisiger , 80 m langer
Lokomotivschuppen sowie ein zweistöckiges Gebäude mit
Werkstatt- und Büroräumen. Westlich des Schuppens befand sich
eine Drehscheibe. Nachdem die Anlagen für den ständig
wachsenden Betrieb nicht mehr ausreichten, erbaute die Pfalzbahn
in den neunziger Jahren eine neue Betriebswerkstätte im
Gleisdreieck zwischen der Ludwigshafener und der Landauer
Strecke. Sie umfaßte eine Drehscheibe mit einem 14-ständigen
Ringlokschuppen und mehreren Freiständen sowie ein neues
Verwaltungsgebäude. Die bisherigen Anlagen - nunmehr als
westlicher Lokschuppen bezeichnet - wurden weiter als
Lokwerkstätte benutzt. Hier wurden in erster Linie Reparaturen
an kalten Loks ausgeführt. 1908 kamen noch die schmalspurigen
Anlagen im Lokalbahnhof dazu. Hier wurden die Schmalspurloks der
Lokalbahn nach Speyer versorgt.
Waren in den ersten Jahren in
Neustadt auch schnellfahrende Reisezuglokomotiven (Bauart
Crampton) beheimatet, so beschränkte sich später der Bestand
auf Personenzug- und Güterzuglok der Gattungen P 1 (1Bn2), P2II
(1´B2´n2), G2 (Cn2), G3 (Dn2) und G4 (Dn2). In den dreißiger
Jahren waren in Neustadt die Baureihen 55.25, 64, 77.1, 89.1,
91.3, 92.20, 98.6, 99.00 und 99.08 beheimatet. Nach dem zweiten
Weltkrieg finden wir die Baureihen 56.20, 57.10, 64, 74.4, 91.3,
99.04, 99.08, und 99.14. 1958 wurde das Bw Neustadt als
selbständige Dienststelle aufgelöst und Außenstelle des Bw
Ludwigshafen(Rhein). Die noch verbliebenen Lokomotiven wurden
nach Ludwigshafen umbeheimatet.
|
 |
|
Eine pfälzische P 4 mit versammelter Mannschaft auf der Drehscheibe am
westlichen Lokschuppen, dem heutigen Museum. Das Gebäude im Hintergrund ist
heute nicht mehr vorhanden, die Drehscheibe ist ebenfalls verschwunden, und
am linken Bildrand befindet sich heute unsere Signalsammlung. |
|
|
Zwischenzeitlich (1967) war die "Deutsche Gesellschaft für
Eisenbahngeschichte
(DGEG)"
gegründet worden, und es wurde begonnen, Originalfahrzeuge nach dem
Beschaffungsprogramm zu beschaffen. Als 1972 einige Fahrzeugzugänge
bevorstanden und unser Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen noch nicht voll
aufnahmefähig war, mußte natürlich die Unterbringungsfrage geklärt werden.
Durch Zufall konnte der kurz vor dem Abriß stehende Lokschuppen nebst
Werkstattgebäude des alten "Bahnbetriebswerks Neustadt/Haardt" von der DB
angemietet werden. |
Die DB hatte aus
verständlichen Gründen in die für sie nutzlose Anlage seit Jahren nichts
mehr investiert, der Zustand war entsprechend . Die Herrichtung oblag
der DGEG. Die ersten Museumsfahrzeuge zogen schon Anfang 1972 ein, und
bald war der Schuppen voll belegt. 1976 wurden die hinter dem Schuppen
liegenden Lagergebäude abgerissen. Nun konnte durch Verlegen eines
weiteren Gleises und den Bau einer Überdachung Nutzfläche für die
inzwischen auf 20 Exponate angewachsene Sammlung erweitert werden. Als
abzusehen war, daß die Fahrzeuge nicht - wie ursprünglich vorgesehen -
in unserem Eisenbahnmuseum Bochum-Dahlhausen noch zusätzlich
untergebracht werden konnten, ging 1981 aus der bis dahin so benannten
"Fahrzeugsammlung Pfalz" dann offiziell das "DGEG-Eisenbahnmuseum
Neustadt/Weinstraße" hervor.
|
|
 |
| |
|
Das Gelände vor der Übernahme durch die DGEG
|
|
In den Jahren
seither wurde durch die ausschließlich ehrenamtlich tätigen Mitarbeiter des
Museums einiges geleistet. Kontinuierlich wurde und wird an den Fahrzeugen und
Gebäuden gearbeitet, sodaß aus den heruntergekommenen Gebäuden von einst nunmehr
ein vorzeigbares Bahnmuseum geworden ist. Immer wieder macht das Museum mit
besonderen Veranstaltungen auf sich aufmerksam. 1983 z.B. konnte die
Dampflokomotive "Berg" aus dem Jahre 1883 an ihrem 100sten "Geburtstag" unter
Dampf präsentiert werden. Teile der Fahrzeugsammlung waren selbstverständlich
auch an den Feierlichkeiten des Bahnjubiläums "150 Jahre Eisenbahn in
Deutschland" 1985 beteiligt, und zum Jubiläum der Eisenbahnen in der Pfalz 1997
(150-Jahrfeier) war das Museum ein Veranstaltungsschwerpunkt. Einige Fahrzeuge
erreichten in Neustadt ihr "rettendes Ufer" und wurden hier vor der sicheren
Verschrottung bewahrt, mussten aber zwischenzeitlich wieder in andere Hände
abgegeben werden, so z.B. 23 105, 45 010, 75 1118, E 19 01, E 71 19.
Besondere
Bekanntheit erlangte das Museum aber auch durch den 1984 ins Leben gerufenen
Museumszug, das Kuckucksbähnel. Endlich konnten einige Fahrzeuge regelmäßig dem
interessierten Besucher im Betrieb vorgeführt werden. Neben den planmäßigen
Fahrten auf der Museumsbahn werden mit diesem Zug aber auch immer wieder
Sonderfahrten in näheren Umgebung unternommen.
Mittlerweile
stehen der Lokomotivschuppen und das dazugehörige Werkstattgebäude unter
Denkmalschutz. Das Gelände der "neuen Betriebswerkstätte", die damals als Ersatz
für den heute als Museum genutzten Lokschuppen gebaut worden war, wird in naher
Zukunft als Erweiterungsfläche für das Eisenbahnmuseum von der DGEG hinzugekauft
- der Kreis der Geschichte schließt sich.
|
 |
 |
 |
|
Berge an Schutt mussten beseitigt und Gleise verlegt werden. Wo einst
die Drehscheibe war, wuchs eine Birke ... |
| |
|
|
| ... die aber
bald ihren Platz räumen musste. |
|
|
 |
Die alten
Werkstattgebäude hinter dem Lokschuppen wurden abgerissen und
stattdessen Gleise verlegt. Es folgten der Bau einer Überdachung und
eines Museumsbahnsteigs |
 |
|
Das
Eisenbahnmuseum Neustadt ist nun fest etabliert und gehört, zusammen mit der
Museumsbahn
"Kuckucksbähnel",
zu den wohl bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt Neustadt.
Überzeugen
Sie sich selbst ! |
Copyright © 1999 Eisenbahnmuseum Neustadt
Stand: 02. Juni 2005.
|